Krummer Penis & Morbus Peyronie
Normale Krümmung vs. Peyronie-Krankheit — wie Sie den Unterschied erkennen, wann Sie zum Arzt gehen sollten und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.
Diese Seite bietet allgemeine Gesundheitsinformationen. Sie ersetzt keine professionelle ärztliche Beratung. Wenden Sie sich bei persönlichen gesundheitlichen Anliegen immer an eine qualifizierte Urologin oder einen qualifizierten Urologen.
Normale Krümmung vs. medizinisches Warnsignal
Die meisten Penisverkrümmungen sind völlig normal. So unterscheiden Sie anatomische Variation von einer Erkrankung.
Äußerst häufig. Bei den meisten Männern vorhanden. Wird oft als vorteilhaft für die Stimulation empfunden. Medizinisch unbedenklich, solange sie nicht schmerzt.
Eine geringe seitliche Krümmung unter ca. 15–20° liegt im normalen Bereich. Sie entsteht durch die natürliche Asymmetrie der Schwellkörper (Corpus cavernosum).
Seltener als die Krümmung nach oben, aber immer noch im Rahmen der normalen Variation. Nur dann ein Anlass zur Sorge, wenn sie funktionelle Probleme verursacht.
Das plötzliche Auftreten einer ausgeprägten Krümmung mit Schmerzen bei der Erektion ist das Leitsymptom der Peyronie-Krankheit. Erfordert eine urologische Abklärung.
Eine bindegewebige Plaque in der Tunica albuginea, die zu einer Verziehung führt. Dies ist das charakteristische Merkmal der Peyronie-Krankheit.
Eine Krümmung, die mit der Zeit zunimmt, deutet auf eine aktive Peyronie-Krankheit hin (akute Phase). In diesem Zeitfenster ist die Behandlung am wirksamsten.
Was ist Morbus Peyronie?
Die Peyronie-Krankheit ist eine Bindegewebserkrankung, die durch die Bildung bindegewebiger Plaques in der Tunica albuginea verursacht wird — der derben Hülle, die die Schwellkörper umgibt. Diese Plaque verhindert die normale Ausdehnung während der Erektion und führt dazu, dass sich der Penis in Richtung der Plaque krümmt.
Sie entwickelt sich typischerweise nach einer Verletzung des Penis (oft durch unbemerkte Mikroverletzungen beim Geschlechtsverkehr). Die Erkrankung verläuft in zwei Phasen: einer akuten Phase (6–18 Monate, aktive Entzündung, zunehmende Krümmung) und einer stabilen Phase (die Krümmung schreitet nicht weiter fort).
Wichtig
Die Behandlung ist am wirksamsten, wenn sie während der akuten Phase begonnen wird. Wenn Sie eine neu auftretende Krümmung bemerken, sollten Sie eher früher als später eine Urologin oder einen Urologen aufsuchen.
Behandlungsmöglichkeiten
Beobachtung
Akute PhaseWenn die Krümmung leicht ausgeprägt ist und sich nicht verschlechtert, empfehlen Urologen oft eine Verlaufskontrolle. Viele Fälle stabilisieren sich ohne Eingriff.
Orale Medikamente
Akute PhasePentoxifyllin und Vitamin E werden mitunter verschrieben. Die Evidenz ist begrenzt, die Nebenwirkungen sind jedoch minimal.
Xiaflex (Kollagenase)
Stabile PhaseEin von der FDA zugelassenes Injektionspräparat, das die Peyronie-Plaque abbaut. Wird bei einer Krümmung >30° eingesetzt. Erfordert mehrere Injektionszyklen mit anschließender Penismodellierung.
Traktionstherapie
Beide PhasePenisstreckgeräte (Penisextender) zeigen eine moderate Evidenz für die Verringerung der Krümmung und die Vermeidung von Längenverlust. Erfordern eine tägliche Anwendung über mehrere Monate.
Operation (Plikatur)
Stabile PhaseVerkürzt die längere Seite, um den Penis zu begradigen. Einfach und wirksam, führt aber zu einem gewissen Längenverlust (~1 cm).
Operation (Transplantat)
Stabile PhaseBei starker Krümmung (>60°). Die Plaque wird entfernt und die Stelle mit Transplantatmaterial gedeckt. Erhält die Länge, geht aber mit einem höheren Risiko für Erektionsstörungen einher.
Quellen
- Garaffa G, et al. (2011). Understanding the course of Peyronie's disease. International Journal of Clinical Practice, 65(1), 52–60.
- Mulhall JP, et al. (2010). Peyronie's Disease: AUA Guideline. Journal of Urology.
- Nehra A, et al. (2015). Peyronie's Disease: AUA Guideline Update. Journal of Urology, 194(3), 745–753.