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Wissen · Penisgesundheit

Krummer Penis & Morbus Peyronie

Normale Krümmung vs. Peyronie-Krankheit — wie Sie den Unterschied erkennen, wann Sie zum Arzt gehen sollten und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Diese Seite bietet allgemeine Gesundheitsinformationen. Sie ersetzt keine professionelle ärztliche Beratung. Wenden Sie sich bei persönlichen gesundheitlichen Anliegen immer an eine qualifizierte Urologin oder einen qualifizierten Urologen.

~80%
der Männer haben eine gewisse Krümmung
Natürliche anatomische Variation
3–9%
Prävalenz der Peyronie-Krankheit
Erwachsene Männer (geschätzt)
12–18mo
Typische Dauer der akuten Phase
Vor der Stabilisierung

Normale Krümmung vs. medizinisches Warnsignal

Die meisten Penisverkrümmungen sind völlig normal. So unterscheiden Sie anatomische Variation von einer Erkrankung.

NormalLeichte Krümmung nach oben

Äußerst häufig. Bei den meisten Männern vorhanden. Wird oft als vorteilhaft für die Stimulation empfunden. Medizinisch unbedenklich, solange sie nicht schmerzt.

NormalLeichte Krümmung nach links oder rechts

Eine geringe seitliche Krümmung unter ca. 15–20° liegt im normalen Bereich. Sie entsteht durch die natürliche Asymmetrie der Schwellkörper (Corpus cavernosum).

NormalKrümmung nach unten

Seltener als die Krümmung nach oben, aber immer noch im Rahmen der normalen Variation. Nur dann ein Anlass zur Sorge, wenn sie funktionelle Probleme verursacht.

Zum ArztKrümmung >30° mit Schmerzen

Das plötzliche Auftreten einer ausgeprägten Krümmung mit Schmerzen bei der Erektion ist das Leitsymptom der Peyronie-Krankheit. Erfordert eine urologische Abklärung.

Zum ArztTastbare Plaque oder harter Knoten

Eine bindegewebige Plaque in der Tunica albuginea, die zu einer Verziehung führt. Dies ist das charakteristische Merkmal der Peyronie-Krankheit.

Zum ArztFortschreitende Verschlechterung über Wochen

Eine Krümmung, die mit der Zeit zunimmt, deutet auf eine aktive Peyronie-Krankheit hin (akute Phase). In diesem Zeitfenster ist die Behandlung am wirksamsten.

Was ist Morbus Peyronie?

Die Peyronie-Krankheit ist eine Bindegewebserkrankung, die durch die Bildung bindegewebiger Plaques in der Tunica albuginea verursacht wird — der derben Hülle, die die Schwellkörper umgibt. Diese Plaque verhindert die normale Ausdehnung während der Erektion und führt dazu, dass sich der Penis in Richtung der Plaque krümmt.

Sie entwickelt sich typischerweise nach einer Verletzung des Penis (oft durch unbemerkte Mikroverletzungen beim Geschlechtsverkehr). Die Erkrankung verläuft in zwei Phasen: einer akuten Phase (6–18 Monate, aktive Entzündung, zunehmende Krümmung) und einer stabilen Phase (die Krümmung schreitet nicht weiter fort).

Wichtig

Die Behandlung ist am wirksamsten, wenn sie während der akuten Phase begonnen wird. Wenn Sie eine neu auftretende Krümmung bemerken, sollten Sie eher früher als später eine Urologin oder einen Urologen aufsuchen.

Behandlungsmöglichkeiten

Beobachtung

Akute Phase

Wenn die Krümmung leicht ausgeprägt ist und sich nicht verschlechtert, empfehlen Urologen oft eine Verlaufskontrolle. Viele Fälle stabilisieren sich ohne Eingriff.

Orale Medikamente

Akute Phase

Pentoxifyllin und Vitamin E werden mitunter verschrieben. Die Evidenz ist begrenzt, die Nebenwirkungen sind jedoch minimal.

Xiaflex (Kollagenase)

Stabile Phase

Ein von der FDA zugelassenes Injektionspräparat, das die Peyronie-Plaque abbaut. Wird bei einer Krümmung >30° eingesetzt. Erfordert mehrere Injektionszyklen mit anschließender Penismodellierung.

Traktionstherapie

Beide Phase

Penisstreckgeräte (Penisextender) zeigen eine moderate Evidenz für die Verringerung der Krümmung und die Vermeidung von Längenverlust. Erfordern eine tägliche Anwendung über mehrere Monate.

Operation (Plikatur)

Stabile Phase

Verkürzt die längere Seite, um den Penis zu begradigen. Einfach und wirksam, führt aber zu einem gewissen Längenverlust (~1 cm).

Operation (Transplantat)

Stabile Phase

Bei starker Krümmung (>60°). Die Plaque wird entfernt und die Stelle mit Transplantatmaterial gedeckt. Erhält die Länge, geht aber mit einem höheren Risiko für Erektionsstörungen einher.

Quellen

  1. Garaffa G, et al. (2011). Understanding the course of Peyronie's disease. International Journal of Clinical Practice, 65(1), 52–60.
  2. Mulhall JP, et al. (2010). Peyronie's Disease: AUA Guideline. Journal of Urology.
  3. Nehra A, et al. (2015). Peyronie's Disease: AUA Guideline Update. Journal of Urology, 194(3), 745–753.